Hall of Fame: Eröffnung verschoben


Die Hall of Fame konnte am Donnerstag nicht wie geplant eröffnen. Aufgrund sicherheitstechnischer Probleme wurde keine Betriebsgenehmigung erteilt. Ein neuer Eröffnungstermin wurde nicht genannt. Einen kleinen Vorgeschmack, was das Kino zu bieten hat, gab’s trotzdem.

Die schlechte Nachricht erreichte das Betreiberehepaar Thies erst kurz vor dem geplanten Eröffnungsevent; die Gäste erhielten sie, als sie schon den Sekt in Händen hielten: Das Kino hat die Betriebsgenehmigung nicht erhalten.

Fassungslosigkeit, Erstaunen und viele Fragen liegen nun in der Luft des großzügigen Foyers. „Wir erklären ihnen gleich alles“, heißt es bei der Begrüßung. Zunächst werden noch ein paar Fotos mit einem Velociraptor geknipst, der extra den langen Weg vom Jurassic Park (oder doch aus Jurassic World?) an die Ringstraße auf sich genommen hat, schließlich bitten die Betreiber die Gäste in den Kinosaal 4; wer will, darf sich ein paar Nachos mitnehmen.

Es hat was von „The show must go“, als „A new star is born“ in großen Buchstaben über die Leinwand flackert und passenderweise das Lied „Shallow“ ertönt. Eine „Fast-Geburt“, nennt es Anja Thies, die feststellt, dass sie nicht Lady Gaga ist - ein verspätetes Richtfest oder eine Baustellenbesichtigung, die wenig „baustellig“ sei, nennt es ihr Mann, der den „Fast-Bradley Cooper“ gibt. Gerne hätte man heute Eröffnung gefeiert, doch Forrest Gump habe einfach mal wieder Recht: „Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen, man weiß nie, was man kriegt“, zitiert Meinolf Thies. Oder auch nicht kriegt, will man ergänzen - mit weniger Häme, als es sich anhört.

Dann tritt Investor Thomas Berger vors Publikum, der Mann, „der sich das sogenannte Kinotrikot angezogen hat und dem ganz Kamp-Lintfort danken könne“, wie er angekündigt wird. Und Berger hat die Frage zu beantworten, die seit Ankunft der Gäste im Raum steht: „Heute Nacht um 1.51 Uhr hat unser Sachverständiger den Riegel vorgeschoben und sein Testat verweigert. Nicht weil er nicht wollte, sondern weil wir einen Punkt haben, an dem keiner vorbeikommt. Wir haben vieles geschafft, es waren noch viele Punkte vor 14 Tagen offen, die hätten wir fast alle gelöst [...] Aber Sie kennen den Begriff der Telekom. Wir haben’s nicht geschafft, die Alarmanlage, die Feuerwehrmeldung, auf die zentrale Meldeanlage des Kreises zu schalten.“ Ein Raunen geht durch den Saal. „Ist denn das so schwer zu bewerkstelligen“, flüstert jemand. Ja, das muss es wohl sein. Thomas Berger will nur noch anmerken, dass das Projekt Kino eigentlich nur Unterstützer gehabt habe, aber die Vorschriften sollte man mal in Frage stellen: „Wie viele Gutachten wir auf diesem Wege beauftragen mussten, das ist wirklich….“ Und da fehlen im die Worte. Aber nur kurz, denn immerhin stehe hier ein Kino, was spielbereit sei und dafür habe er vielen Menschen zu danken. Auch das Ehepaar Thies schließt noch ein paar Danksagungen an. Der emotionalste Moment folgt, als Hausleiter Michael Seidel nach vorne gebeten wird, der die letzten Nächte im Kino geschlafen habe, damit alles rechtzeitig fertig werde. Er kämpft mit den Tränen und vielen Gästen wird erst jetzt bewusst, was das Ganze für die Menschen bedeutet, die hier Tag und Nacht geschuftet haben. Und wie wichtig es jetzt ist, zu zeigen, was das Kino drauf hat, und dass die Arbeit der letzten Wochen gewürdigt wird.

Feiern wir also das Kino und nicht seine Eröffnung: Gezeigt wird zunächst der einminütige Sponsorenfilm, der es der Hall of Fame erlaubt, auf die übliche Kinowerbung zu verzichten. Dank Coca Cola, der Volksbank am Niederrhein und den Stadtwerken Kamp-Lintfort soll es bei jeder Vorstellung nach dem Clip sofort mit dem Hauptfilm losgehen. Dann gibt’s Dolby Atmos auf die Ohren, 3-D zum Hören. Es ist laut und drückt die Gäste spürbar in die Komfortbestuhlung, die sich von der ersten bis zur letzten Reihe zieht. „Kamp-Lintfort hat ein Kino für die Champions League bekommen, es muss nur noch auf“, moderiert Meinolf Thies, bevor einige Trailer gezeigt werden, bei denen die Gäste einen kleinen Vorgeschmack bekommen, wie Ton, Bild, Komfortbestuhlung gemeinsam ein großartiges Kinoerlebnis ermöglichen werden. „Mary Poppins - Die Rückkehr“, „Kalte Füße“, „Der Junge muss an die frische Luft“, „Bumblebee“ und „Aqua Man“ - das wären einige der Filme gewesen, die es in der Hall of Fame zu sehen geben sollte. „Wenn wir eröffnen, gibt es sie auf DVD“, scherzt Meinolf Thies zum Abschluss. Wann das sein wird? Darauf hat heute noch niemand eine Antwort.

Im Vorverkauf erworbene Eintrittskarten werden noch vor Weihnachten mit dem vollen Wert inkl. Vorverkaufskosten zurückerstattet; gekaufte Geschenkgutscheine sind bekanntermaßen mehr als drei Jahre gültig und können nach finaler Eröffnung eingelöst werden. Alle Gewinner und Kartenvorbesteller wurden bereits informiert.


Quelle: Stadt-Panorama / Foto: Broeks



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