Leserbrief


Liebe Redaktion des Filmecho, der Fachzeitschrift der Filmwirtschaft in Deutschland!
Ich danke Ihnen sehr für die Sonderberichterstattung „Update Kinotechnik“ in der Ausgabe Nr. 47. Genau mit derartigen Beiträgen profilieren Sie sich als Fachmagazin. Ich würde mir wünschen, dass ab 2018 mindestens alle vier Wochen ein solcher mehrseitiger „redaktioneller Sidekick“ zu einer der zahlreichen brennenden Zukunftsfragen unserer Brache Einlass in Ihr Filmecho findet. Das nächste Thema zur offenen Diskussion liegt nach Studium der inhaltlich gut gefüllten sieben Seiten bereits direkt auf der Hand: Wie wird es gelingen (oder gelingt es überhaupt?), derartige Investitionen auf Betreiberseite, die künftig helfen sollen, die Attraktivität und somit das (Über-)Leben des Kinos und auch das der Filmverleiher abzusichern, an die modernen Formen der Mediennutzung einerseits und andererseits an die noch aus den 50er Jahren stammenden AGBs und die Bezugsbedingungen anzupassen?
Bereits die Diskussionen zu Veränderungen der Abrechnungssysteme bei Preisaufschlägen für Dolby-Atmos-Anlagen, Imax- oder Laserprojektionen, D-Box-Motion-Seats oder Luxussesseln in Komfortlogen zeigen, dass betonkopfmäßige Mentalitäten durchbrochen werden müss(t)en, um künftig realistisch Investitionen in den Kinobereich amortisieren zu können.
Sie schreiben treffend, von LED-Wänden haben Verleiher – anders als bei der Digitalisierung des Kinobildes – keine Vorteile; und sehen selbst als logische Folge mindestens indirekt voraus, dass deshalb eine Diskussion über eine Contribution der Verleiher an den in Bildschärfe und Kontrast investierenden Kinobetreiber von vornherein obsolet sein könnte.
Ein anderes Beispiel gefällig? Sie bestätigen, dass durch die Bildhelligkeit der LED-Wände ein völlig abgedunkelter Kinosaal nicht mehr zwingend erforderlich ist. Somit wären Konzepte wie Dining-Cinema oder Ähnliches zukunftsweisend.
Die Realität bildet die Verpflichtung der Einbeziehung des vollen Eintrittspreises in die Ticketabrechnung ab. Ein profaner separater und nicht der Leihmiete zu unterziehender Aufschlag von z.B. zwei Euro pro Ticket für Sonderzugaben des Betreibers an seine Besucher anlässlich der landesweit bekannten Zielgruppenreihen wie „Kino-Cafe“ oder „Ladies Night“ führt bereits immer wieder zu Grundsatzdiskussionen über Abrechnungspflichten auf beiden Seiten.
Wahrscheinlich kann die Verleihseite gar nicht erwarten, dass ein Filmticket inklusive Sechs-Gang-Menü zu entgegenkommenden 79 Euro (die selbstverständlich vollabzurechnen sind) mittels LED-Technik von der Kinobetreiberseite als neues Kinokonzept endlich (und natürlich serviceorientiert) zur vollen Zufriedenheit der Kinobesucher umgesetzt wird…
Ich rate jedem Betreiberkollegen, vor Investitionen in derartigen Volumina sehr gut zu rechnen und nicht auf kurzfristige Lösungen von Grundsatzfragen zu hoffen. Und ich rate allen Branchenteilnehmern auf beiden Seiten, sich endlich hinzusetzen und schnell tragfähige Lösungen zu erarbeiten, die die Kinozukunft überhaupt Realität werden lassen, ohne mikrokosmosartig für einzelne Insellösungen alternativ Gerichte zu bemühen und dort halbgare Entscheidungen zu kassieren, die Dritte für uns treffen!
In Frankreich – so hört man – reden Verleiher und Kinobetrieber bereits über „Third Party 2“ – man ist ja in der Branche an Sequels gewöhnt! Geht doch! Also, dann mal los! Die Diskussion ist eröffnet; ich freue mich auf das Filmecho vo Anfang Januar, zur Filmwoche!

Mit freundlichen Grüßen.
Meinolf Thies, Geschäftsführender Gesellschafter, Consulthies GmbH

Quelle: filmecho I filmwoche
 



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