Bestseller „Shore, Stein, Papier“

Ex-Junkie und Youtube-Star mit Lesung in Osnabrück


Er schaffte die Wandlung vom Vollzeit-Junkie zum Youtube-Star und Autor: am 28. Februar liest „Sick“ aus seinem Buch „Shore, Stein, Papier“. Das erzählt von seiner Gangster- und Drogenzeit in Hannover.

Seit mittlerweile 20 Jahren lebt der Ex-Junkie „Sick“ (Englisch für „krank“) in Osnabrück, seit 2012 ist er clean. Ab und zu kiffe er noch oder trinke ein Bier. Doch knapp 30 Jahre Dauerkonsum von härteren Drogen liegen hinter ihm. Als er das erste Mal Heroin nahm, war er gerade mal 15 Jahre alt. Schon mit 13 fing er an, Marihuana zu rauchen. Dafür sieht der heute 44-Jährige noch erstaunlich jung aus. Auch sein Gedächtnis ist angesichts seiner langjährigen Heroinphase noch verblüffend intakt. Am 28. Februar gibt er ab 20 Uhr in der Osnabrücker Filmpassage Einblicke in sein früheres Leben in der niedersächsischen Hauptstadt, wo er aufwuchs.

Youtube-Star mit 14 Millionen Klicks

Kurz nach seiner letzten Entgiftung hatte Sick die Arbeit an der Biographie-Serie „Shore, Stein, Papier‘‘ (Shore steht für Heroin, Stein für Kokain und Papier für Geld) mit dem Osnabrücker Produzenten Paul Lücke begonnen. Unter seinem Synonym „Sick“ erzählte er in insgesamt 380 Folgen auf Youtube nüchtern, aber mitreißend von seinem Leben am Rand der Gesellschaft. 2015 wurde das Format mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet, einem renommierten Journalistenpreis. Die Serie wurde mittlerweile über 14 Millionen Mal aufgerufen.

Milieustudie der Junkies, Knackis und Penner


In seinem gleichnamigen Buch, das 2016 erschien und auf Platz elf der Spiegel-Bestsellerliste landete, nimmt Sick den Leser mit in versiffte Wohnungen und blutverschmierte Dealerverstecke, auf Parkplätze, öffentliche Toiletten, U-Bahn-Stationen und Parkbänke. Es ist eine Milieustudie der Junkies, Knackis und Penner. Er schildert, wie er mit 18 Jahren auf der Straße landet, mit Müllsäcken voller Gold und Armbändern aus Kaufhäusern flüchtet, im Knast landet.

Wieder Sinn im Leben

„Durch Shore, Stein, Papier hat mein Leben wieder einen neuen Sinn bekommen. Meine Aufgaben machen mir großen Spaß, da ich selbstverantwortlich plane, an Termine teilnehme und dadurch immer ich selbst sein darf“, sagt der Autor.
Mit dem Erfolg seiner Geschichte habe er nicht gerechnet: „Allein schon deshalb, weil ich mein ganzes Leben das Gefühl hatte, dass sich sowieso kein Schwein für mich interessiert.“

Leute zu unterhalten, mache ihm Spaß. Seine Zukunft sehe er auf Bühnen oder vor der Kamera. „Die ersten Schritte kann man sich schon auf 16bars.de anschauen, wo ich mit verschiedenen Rappern gemeinsam koche und mich über das Leben mit Ihnen austausche“, sagt der Hip Hop Begeisterte.

Mit Paul Lücke gibt er Seminare bei jungen Leuten im Freiwilligen Sozialen Jahr und kommt für Präventionsarbeit an Schulen. Die Gründung eines gemeinnützigen Vereins ist in Planung. „Bei dieser Arbeit habe ich das Gefühl etwas wirklich Sinnvolles zu tun und hoffe dadurch vielleicht sogar der Gesellschaft etwas zurückzugeben“, sagt Sick.

Quelle: NOZ



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