FSK reagiert auf Kritik


Die FSK-12-Freigabe stand unlängst in einer von den Kinobetreibern Lutz Nennmann, Meinolf und Anja Thies geäußerten Kritik (wir berichteten). Zu häufig seien explizite Sex- und Gewaltszenen in diesen Filmen zu sehen. Die Zeiten, in denen Eltern wüssten, dass passgenaue Altersfreigaben den Zugang des Nachwuchses zu unpassendem Filmmaterial verhindern würden, seien vorbei. Die drei Kinobetreiber gestehen zwar ein, dass sich die FSK vor dem Hintergrund sich vor allem hinsichtlich des Gewaltgrades verändernder Filme in einer Zwickmühle befinde, es an zeitgemäßen Abstufungen der Freigabesiegel aber fehle. Daher habe das Trio in den von ihm betriebenen Kinos Freigabeentscheidungen der FSK nicht mitgetragen und entsprechende Empfehlungen oder gar strikte Verbote an die Kinogänger ausgesprochen.

Auf diese Kritik hat die FSK jetzt in einem Brief an Nennmann und das Ehepaar Thies reagiert. Darin erklärt die FSK, dass in den Ausschüssen, in denen 285 ehrenamtliche Prüferinnen und Prüfer arbeiten, „aufgrund von Annahmen über die mögliche Wirkung eines Films auf Kinder und Jugendliche“ eine Art Risikoabschätzung vollzogen und oft heftig diskutiert werde. Schlussendlich falle die Entscheidung auf Mehrheitsbasis. Es liege „in der Natur der Sache“, dass einzelne Entscheidungen auf Kritik stoßen; hierfür gebe es das Mittel der Appellation, in der über eine oberste Landesjugendbehörde eine Überprüfung der FSK-Freigabe angestoßen werden könne.

Ausdrücklich betont wird vonseiten der FSK, dass es sich bei der von ihr erteilten Freigabe nicht um eine Empfehlung, sondern um eine „staatliche Erlaubnis zu einem Kinobesuch“ handelt. Daher würden seit einigen Jahren Freigabebegründungen veröffentlicht, in denen bei einer FSK-12-Freigabe gegebenenfalls auf „einzelne drastische Gewaltdarstellungen“, „sexualisierte Gags“ und „vulgäre Sprache“ hingewiesen wird.

Die FSK teilt abschließend die Ansicht des Kinobetreiber-Trios, dass man über Altersfreigaben reden müsse. Sie selbst tue dies nach eigenen Angaben in Veranstaltungen mit Schulklassen, Jugendgruppen sowie in Hochschulseminaren. Außerdem habe die FSK in „bislang vier aufwändigen Medienkompetenzprojekten“ unter Einbeziehung von ca. 2000 Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen drei und 17 Jahren zur „Wirkungsforschung“ beigetragen und dabei ihre Spruchpraxis überprüft.

Die Stellungnahme der FSK im Wortlaut


Quelle: Blickpunkt:Film



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