Kinogruppe prangert laxe FSK-Freigaben an


Gewalt bis zum Splatter, explizite Sexszenen, Momente die den Schlaf rauben. Nach Ansicht von Lutz Nennmann, Meinolf Thies und Anja Thies sind derartige Szenen zu häufig Teil von Filmen mit FSK-12-Siegel. In einem gemeinsamen Brandbrief üben sie heftige Kritik an der Freigabepraxis.

Längst habe das Kino als einziger Ort, in dem Jugendschutz in Sachen Film wirklich noch verlässlich Durchdringung gehabt habe, seinen guten Ruf in der Öffentlichkeit, vor allem bei Eltern, verloren. Denn die Zeiten, in denen diese wussten, dass passgenaue Altersfreigaben den Zugang des Nachwuchses zu unpassendem Filmmaterial verhindern, seien vorbei, so der Vorwurf. Die FSK sei dabei in einer Zwickmühle, denn Filme hätten sich insbesondere hinsichtlich des Gewaltgrades zum Negativen verändert, an zeitgemäßen Abstufungen der Freigabesiegel fehle es jedoch.

In ihren insgesamt fünf Kinos hätten die Betreiber Freigabeentscheidungen wiederholt nicht mitgetragen und sie entsprechend "heraufgestuft"- entweder in Form einer klaren Empfehlung an Kinogänger oder in Einzelfällen als strikte Vorgabe. Diese Entscheidungen seien jeweils begründet und Online sowie vor Ort in den Kinos veröffentlicht worden. Das Echo der Besucher spreche dabei "eine allzu deutliche Sprache". Man habe zehntausende User erreicht, "Likes" im vierstelligen Bereich sowie hunderte einhellige Kommentare mit wahren Lobeshymnen erhalten - "von Reaktionen mehrerer Radiosender sowie Tageszeitungen und verschiedener Onlinemedien mal ganz zu schweigen", so der Brief. Und weiter: "Nie zuvor in unserer Unternehmensgeschichte gab es ein derart einhelliges und gleichzeitig breit gestreutes positives Echo quer durch alle Altersschichten auf eine Verlautbarung unsererseits - das kann unmöglich standortspezifisch gewesen sein!"

Ziel des Briefes ist der Anstoß einer branchenweiten Debatte. Denn Schaden für Ruf und Image seien auch für das Geschäft nicht gut. Daher müsse man konstruktiv im Sinne des Geschäftsmodells über dieses Thema reden.

Zum ausführlichen Brief im Wortlaut.


Quelle: Blickpunkt:Film



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