WOW: Das Kino von morgen gibt es schon heute!


Sich bewegende Sitze, kulturelle Live-Events, Technik für Seh- und Hörgeschädigte - das sind die Trends in unseren Kinos

Osnabrück(ON) - Sich einfach eine Kinokarte kaufen und sich einen Film ansehen - das war gestern. Heutzutage braucht der interessierte Gast an der Kasse eine kurze Beratung. "Wenn sich ein Kunde ab Mitte Dezember bei uns den ,Kleinen Hobbit' angucken möchte, dann hat er die Wahl zwischen 2D, 3D, auf normalen oder auf sich bewegenden Sitzen oder im HFR-Format mit noch schärferem Bild...", sagt Anja Thies, die Geschäftsführerin der Filmpassage. Klare Sache: Es tut sich was im Kino-Markt.

Der neueste Schrei sind die D-Box-Sitze, die am vergangenen Wochenende in der Filmpassage installiert worden sind. Insgesamt 19 solcher Sitze - in zwei Kinos -  stehen den Gästen jetzt zur Verfügung. Der Simulator im Foyer gibt einen guten Einblick darin, wie die Technik funktioniert: Wenn im Trailer zum dritten Teil vom Kleinen Hobbit (startet am 10.12.) ein Pferdefuhrwerk aus der Kurve gerät und über eine Bodenschwelle holpert, legt sich der Sitz leicht in die Schräge und rumpelt mit der Kutsche auf der Leinwand auf und ab - "wenn Sie das mit der 3-D-Technik koppeln, werden Sie richtig in den Film reingesogen", verspricht Thies, die das Box-System bereits in ein paar der von ihr und ihrem Mann in Nordrhein-Westfalen betriebenen Kinos installiert hat. In ganz Niedersachsen ist die Filmpassage in Osnabrück jetzt das erste Kino mit dieser neuen Technik.

Das Ziel der Aktion ist klar: "Wir müssen alles versuchen, um den geneigten Gast von der Couch herunterzuholen", sagt Thies. Klar, die Entertainment-Industrie hat ihre Hausaufgaben gemacht: Riesige Bildschirme und fette Soundsysteme lassen sich längst zuhause installieren, moderne TV-Sender wie Netflix und andere bieten ihr Programm unabhängig von jeder Uhrzeit an - Wunschfilm auf Mausklick, kein Problem. Da muss das Kino heutzutage schon mehr bieten, damit sich der Weg dorthin lohnt. Das haben die Betreiber der Region jedoch erkannt - jedes der drei großen Häuser aus Osnabrück hat ein besonderes Angebot im Programm, um Kino interessant zu machen.

Sogar für Hör- oder Sehgeschädigte ist das gemeinsame Erleben eines Films im Kino kein Problem mehr, jedenfalls bei einer gewissen Auswahl an Filmen. "Greta und Starks" macht es möglich. Benötigt werden Smartphone und Internetzugang - um sich die gewünschte App auf das Gerät zu laden. Dann ab ins Kino. Über das im Telefon eingebaute Mikrofon erkennt die Technik nun jederzeit anhand des Filmtons, um welchen Film es sich handelt (und, falls der Gast auf Toilette muss, an welcher Stelle sich der Film befindet). Je nach Wunsch werden dann entweder die passenden Untertitel auf dem Handy angezeigt oder es wird - via Kopfhörer - eine zusätzliche Tonspur ausgegeben, die gesprochene Erklärungen zum Film beinhaltet. So öffnet sich das Kino für neue Zielgruppen - und hat längst schon weitere potenzielle Kunden anvisiert...

So haben die Kinos in der Region inzwischen für jeden etwas im Angebot:

Zielgruppe Senioren: Vor allem an ältere Gäste - im schönsten Marketingdeutsch auch "Best Ager" genannt - richtet sich das neue Angebot der Filmpassage, das alle 14 Tage am Donnerstagnachmittag auf dem Programm steht: Erst gibt es in gemütlicher Runde Kaffee und Kuchen, danach geht es ins Kino, wo ein passender Film auf dem Programm steht. Bei der Premiere des "Kaffeeklatschs" (so der Titel) war das "Madame Mallory und der Duft von Curry". Dass das Angebot ein Erfolg werden kann, sieht Anja Thies als möglich an: "Wir haben den Bus vor der Haustür, ein ebenerdig gebautes Kino, rollstuhlgeeignete Säle -das passt".

Zielgruppe Kinder: Wenn ein neuer Film für die Jüngsten auf dem Programm steht, trifft sich der "Kids Club" der Filmpassage vor dem Angucken zum Malen oder Basteln. Geschaffen wird immer etwas, das zum jeweiligen Film passt. Jedes Mal mit dabei: Der Passagen-Affe (kurz "Paffi"), das Maskottchen des Clubs.

Zielgruppe Technikfans: Für Staunen sorgt die neue HFR-Technik, die ein sehr plastisches und ultrascharfes Filmbild erzeugt. Der Trick dabei: Statt 24 Bildern pro Sekunde, wie im regulären Kino, rauscht hier das Doppelte an Bildern durch die Linsen. Daher auch der Name: Die Abkürzung steht für "High Frame Rate". "Das muss man mögen und ist nichts für jedermann", gibt Anja Thies zu - denn die Bilder sind schärfer als jede Realität.

Zielgruppe Kultur - Fans: Auf die Oper im Kino (Liveübertragungen aus der Metropolitan Opera in New York), auf das Ballett aus Moskau oder auf die Berliner Sinfoniker im Livestream setzt das Cinestar am Hauptbahnhof. Kultur in allen Facetten als Live - Event im Kino, das kommt meistens richtig gut an - zwar sitzen bei einer Bayreuth - Übertragung am Nachmittag kaum mehr als sechs Zuschauer im Saal,aber die MET - Abende sind gut gefüllt. "Wir stellen fest, dass es einen immer stärkeren Trend zu speziellen Zielgruppenangeboten gibt. Mit den Live - on - stage - Angeboten erreichen wir zum Beispiel auch die Gäste, die länger nicht im Kino waren und über diese Sonderveranstaltungen wieder zu uns kommen", sagt Dolores Hazic, die Leiterin des Osnnabrücker Cinestars, dazu. Ein Publikumsrenner war die Liveübertragung des Musicals "Billy Elliot" aus London, die Ende September in zwei Kinos - dem Cinestar und dem Cinema Arthouse - zu erleben war.

Zielgruppe Pop - Fans: Auch Pop im Kino wird immer beliebter: "Die Konzertübertragungen der ,Toten Hosen' und von ,One Direction' waren sehr gut besucht", berichtet Hazic. Und der Trend geht klar in Richtung Live - Event, wie Hazic bekräftigt: "Wir gehen davon aus, dass sich die Bandbreite der möglichen Liveveranstaltungen noch deutlich erweitern wird. Bereits jetzt gibt es zum Beispiel auch interaktive Museumsbesuche, Sportveranstaltungen uvm."

Zielgruppe Kommunikative: Mit dem Kinocafé Garbo im gleichen Haus und der großen Biergarenterrasse sieht sich das Osnabrücker Cinema Arthouse als weiterhin hervorragend aufgestellt, wie Hermann Thieken, einer der beiden Kino - Chefs, sagt. "Das Kino ist ja vor allem ein kommunikativer Ort, da geht man hin, um sich einen schönen Abend zu machen, vorher was essen und sich hinterher über den Film auszutauschen", sagt Thieken. Geplant ist jedoch eine Investition in die Soundtechnik im Arthouse.

So sehen sich die Häuser gut gerüstet für den Filmwinter, der dem dritten Hobbit, einem weiteren Aufguss der "Panem" - Serie und dem heiß erwarteten neuen "Star Wars" einiges an Höhepunkten bereit hält.... plus Kultur - Events wie Wagners "Meistersingern" aus New York... Also: auf ins Kino!


Quelle: Osnabrücker Nachrichten



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