Horror, Thriller, Surreales - Hartes Genrekino in der Filmpassage


Das Filmfest hat mehr zu bieten als sein Engagement: Um das zu untermauern, zeigt es in der Filmpassage hartes Genrekino: Horrorfilme und Thriller um Missbrauch und Priestermord. Das vielversprechende Motto: Filmfest extrem.

Kinderrechte, Frieden, Zivilcourage: Den Auszeichnungen, die das Osnabrücker Filmfest vergibt, ist seine engagierte Entstehungsgeschichte eingeschrieben: In den 80ern hat es sich aus einer linken Gegenöffentlichkeit formiert – bis heute wird es mit gesellschaftspolitischen Stoffen identifiziert. Das Selbstverständnis Osnabrücks als „Friedensstadt“ untermauert diese Ausrichtung nur.

Aber natürlich zeigt das Festival nicht nur engagiertes Kino – sondern vor allem witzige, anarchische, ästhetisch aufregende Filme, für die man sonst in größere Städte fahren muss. Was mit den Demo-Videos der Atomkraftgegner begann, hat sich längst zum Forum für ebenso unterhaltsame wie ästhetisch anspruchsvolle Filmkunst entwickelt.

Ist das auch jedem in Osnabrück bekannt? Florian Vollmers, der nun zum zweiten Mal das Festival leitet, geht auf Nummer sicher – und setzt ein deutliches Signal an alle, die das Festival bislang auf seinen gesellschaftspolitischen Anspruch reduzieren.

Unter dem verheißungsvollen Schlagwort „Filmfest extrem“ präsentiert er gleich eine ganz neue Sektion, die sich bewusst nicht aus dem politisch korrekten Stoff begründet, sondern aus der Ästhetik: In der frisch renovierten Filmpassage, die als neuer Spielort dazukommt, zeigt Vollmers knallhartes Genrekino: Horror, Politthriller, Revenge-Film. Und statt auf etablierte Kultfilme zu setzen, bietet die Sektion in vier Vorstellungen gleich drei Deutschland-Premieren.

Eine davon ist der spanische Puppentrick-Horror „Der Apostel“ (Mittwoch, 22.30 Uhr).Im Stil spanischer 70er-Jahre-Schocker erzählt der Regisseur Fernando Cortizo von einem Pilger, der am Jakobsweg die falsche Abzweigung erwischt – direkt in die Hölle.

Auf blutigste Weise kirchenkritisch ist dann „Im Namen des Sohnes“ (Donnerstag, 22.30 Uhr). Der belgische Regisseur Vincent Lannoo lässt hier die Mutter eines vergewaltigten Jungen eine Todesliste von Klerikern abarbeiten.

Weniger schwarzhumorig, aber ebenfalls über Kindesmissbrauch empört ist der schwedische Politthriller „ Call Girl “ (Freitag, 22.30 Uhr). Mikael Marcimain greift die hochaktuelle Debatte um verharmloste Pädophilie auf und erzählt nach einem wahren Fall von Mädchenhandel und einer Parlamentsinitiative zur Legalisierung von Sex mit Kindern.

Horrorkino als Seelenkunde: Das ist der Ansatz des Independent-Werks „ The Rambler “ (Samstag, 22.30 Uhr) von Calvin Reeder. Mit Anleihen bei Lynchs suggestiven Klang- und Bildeffekten begleitet der Schauerfilm einen Haftentlassenen auf einer Reise durch die surrealen Abgründe des amerikanischen Südwestens.


Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung
 



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