Meinolf Thies zur "Selbstständigkeit" der Consulthies


Die Cinemaxx-Ära ist nach zehn Jahren Consulthies für Sie zu Ende. Wie schwer fiel Ihnen der Schritt?

Tatsächlich reicht meine Tätigkeit für Cinemaxx noch viel weiter zurück. Ich war in unterschiedlichen Konstellationen 22 Jahre und zweiMonate für die Kette tätig. 8095 Tage. Das ist eine Epoche, ein halbes Leben, möchte man sagen. Der Schritt war alles andere als Alltag. Bei einem solchen Abschied schwingt ein wenig Wehmut mit. Aber vorrangig freuen wir uns auf die neuen Aufgaben.

Mülheim bleiben Sie durch die Übernahme des Cinemotion - jetzt Filmpassage- für zunächst weitere zehn Jahre erhalten. War das der Grund für die vorzeitige Beendigung des Vertrags mit Cinemaxx?

Als Unternehmer müssen wir Chancen ausloten, wenn sie sich bieten. Wir blicken auf zehn erfolgreiche Jahre zurück; letztlich standen wir vor der Frage, ob wir uns auf eine mögliche Vertragsverlängerung Ende 2014 verlassen, oder ob wir die Gelegenheit beim Schopfe packen, uns künftig cineastisch und geschäftlich ausschließlich auf unsere eigenen Unternehmungen zu konzentrieren.

Vom Standortvertreter zum direkten Mitbewerber - wie hat sich das auf Ihr Verhältnis zu Cinemaxx ausgewirkt?

Es gibt deshalb kein böses Blut, wir kommen wirklich gerade vom Abschiedsessen mit Christian Gisy. Wir haben bis zum letzten Tag alles für die beiden Häuser gegeben, die Übergabe verlief professionell. Es besteht übrigens eine langjährige Bekanntschaft zwischen Cinemaxx, mir und der K-motion, den ehemaligen Cinemotion-MH-Betreibern. Als Letztere sich im Frühjahr mit dem Gedanken befassten, den Mietvertrag in Mülheim nicht zu verlängern, ging man erst auf Cinemaxx und über diese dann auf uns zu. Meines Wissens dachte man bei Cinemaxx kurz darüber nach, den Standort Mülheim "ganzheitlich" zu führen, entschied sich aber letztlich dagegen. So landete der Ball in unserem Feld.

Wie stellt sich die Konkurrenzsituation aus Ihrer Sicht dar?

Dazu muss man wissen, dass Cinemaxx und Filmpassage in Mülheim recht weit auseinanderliegen, sodass man von zwei Einzelstandorten sprechen kann. Das Rhein-Ruhr-Zentrum, in dem das Cinemaxx liegt, grenzt direkt an Essen, während die Filmpassage in der City, in Steinwurfnähe von Hauptbahnhof und Rathaus liegt. Zum großen Teil kommen unterschiedliche Besucher indie beiden Kinos.

Sehen Sie denn Wachstumspotenzial für den Standort?

Sicher, unsere Strategie besteht nicht darin, lediglich Cinemaxx-Kunden "abzuwerben". Wir wollen die Filmpassage - siehe Beispiel Osnabrück- zu einem attraktiven Filmtheater ausbauen, sodass wir neues Publikum gewinnen. Für die Hamburger K-Motion war der Standort zu weit entfernt, als dass man noch langfristig mit ihm geplant und diesen für viel Geld digitalisiert hätte. Nur zwei Säle waren digital,der Ton nicht mehr zeitgemäß. Durch die Digitalisierung wird das Haus schnell an Attraktivität gewinnen. Wenn alles wie geplant funktioniert, wird es komplett umgerüstet sein, wenn dieses Heft erscheint. Wir wollten spätestens zu den NRW-Herbstferien alles spielen können.

In Kooperation mit der damaligen FTT wurde Mülheim zum technischen Referenzkino für Cinemaxx. Zeigen Sie sich an Ihren Standorten ebenso aufgeschlossen für Innovationen?

Dass man die attraktive Partnerschaft mit FTT einging, geschah vorrangig auf unser Betreiben. Mit Ymagis haben wir für Mülheim nicht zufällig einen Dienstleister für die Digitalisierung gewählt, der eine Niederlassung ganz in der Nähe, in Ratingen, hat. Ymagis ist natürlich interessiert, nahe ihrem Büro ein Kino zu haben, in dem man sein Portfolio demonstrieren kann, auch TMS & Co. Das ist der erste Schritt, und wer uns kennt, weiß: Wir bleiben aktiv. So vermieten wir ab Oktober - wie in Essen - Säle an die Mülheimer Hochschule.

Bereits zum 1. Mai haben Sie mit Lutz Nennmanndie Dürener Comet Cinemas übernommen und in "Das
Lumen" umbenannt. Ein ungewöhnlicher Name.

Das Kino hieß 15 Jahre lang Comet Cinemas, das war ein eingeführter Name. Um die Leute wachzurütteln, muss man mit etwas völlig anderem kommen. Ohnehin wollen wir, sofern wir ein Kino neu benennen, alles, nur kein "Cine" im Namen. Das richtet sich in keinerWeise gegen Ketten; wir wollen einfach kreativer sein. "Lumen" - der lateinische Begriff für Licht - ist untrennbar mit Kino und Projektion verbunden. Und als nettes Gimmick vereint der Name die Anfangsbuchsstaben der Vornamen von meinem Partner und mir.


Quelle: Blickpunkt:Film



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