Filmzeche schließt - Ein guter Tag zum Sterben


„Stirb langsam — Ein guter Tag zum Sterben“ heißt es am Mittwoch, 13. Februar, um 21 Uhr in der Filmzeche Hollywood, passend zur allerletzten Vorstellung in diesem Haus, einer „Preview“ vor dem offiziellen Bundesstart. Danach wollen die Betreiber Meinolf und Anja Thies aus Essen mit den Cineasten „zusammen trauern“. Bis zum 31. Dezember hätten sie noch parallel an zwei Szenarien gearbeitet, beteuerten sie, weitermachen oder abwickeln.

„Immer noch ein guter Schnitt“

„Dr. Paetzel und die Lokalpolitiker haben uns versichert, dass auf keinen Fall verkauft wird, wenn nicht das Gebäude und somit Kino und Bowlingbahn erhalten bleiben“, erinnerte Thies bei einer Pressekonferenz. „Dann hätten sie sich auch so verhalten müssen und dann hätte Concepta gekauft und nicht THI, oder unter Bedingungen.“ Dramatisch führten sie in Saal 5, geschmückt mit flackernden Grableuchten und einem Grabstein. Bürgermeister Paetzel und die Politiker hätten entweder etwas tun müssen für die Rettung des Kinos, fordern die Geschäftsführer, die noch vier weitere Kinos betreiben, oder sie hätten den Bürgern offen sagen müssen, das ihnen das Herten-Forum wichtiger sei als Kino und Bowling. „Man hätte uns vor neun Monaten sagen sollen, dass wir nicht erwünscht sind.“

Zuletzt beim Neujahrsempfang der SPD hatte Paetzel berichtet, beide Freizeiteinrichtungen wären einfach nicht wirtschaftlich zu betreiben. Thies dazu: „Vermieter Hutley hat immer noch einen guten Schnitt mit uns gemacht.“ Um das zu belegen, nannten die Betreiber allerlei Zahlen, Fakten und Hintergründe: So habe die Filmzeche, 2008 von Thies’ übernommen, im Jahr 2009 einen Besucherzuwachs von 48,3% erhalten, weil es deutschlandweit als eines der ersten auf Digitaltechnik und 3D umrüstete. Und 2012 stieg in der ganzen Republik die Zahl der Kinobesucher um fünf %, in Herten um mehr als 13% — „und so ein Kino muss man schließen! Wir schenken dem Cineworld Recklinghausen zum Valentinstag 50?000 Besucher.“ Wegen der besonderen Atmosphäre kämen selbst Gäste aus den Kinostädten Recklinghausen und Gelsenkirchen.

Meinolf Thies: „Wir hätten gerne Concepta als neuen Investor begrüßt.“ Die englischen Gebrüder Hutley seien von den Immobilienkrisen getroffen worden. Bei immer mehr Leerständen, Großbaustelle, beschmierten Wänden „und einem Parkhaus, das seinen Namen nicht verdient“, hätte ein Verkauf an einen neuen Investor das Herten-Forum aufwerten können, glaubt er. THI habe alle Gespräche abgelehnt, so Thies. 22 Mitarbeiter stehen nun vor der Tür, etwa die Hälfte können Thies’ in anderen Kinos übernehmen.


Quelle: WAZ
 



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