HALL OF FAME am Hauptbahnhof

Wie wir uns das neue Luxuskino in Osnabrück vorstellen müssen


Cinestar war gestern: "Kino deluxe" versprechen Anja und Meinolf Thies im Hall of Fame, dem künftigen Nobel-Lichtspielhaus am Osnabrücker Hauptbahnhof. Was genau es damit auf sich hat, zeigt das Betreiber-Ehepaar bereits seit ein paar Monaten in seinem High-End-Filmtheater am Niederrhein.

Mit insgesamt acht Lichtspielhäusern, hinter denen ihre 2003 gegründete Firma Consulthies steckt, darunter die Filmpassage in der Johannisstraße, sind Anja und Meinolf Thies so etwas wie die Kino-Könige von Osnabrück – obschon sie in Essen wohnen und dort auch ihren Unternehmenssitz haben. Denn mit der Anfang Juli bekannt gegebenen Übernahme des Multiplex-Kinos am Hauptbahnhof (vormals Cinestar) wächst nicht nur die Zahl der von ihnen bespielten Leinwände in Osnabrück von 9 auf 16. Zudem will das Ehepaar die mit Abstand größte, aber aus cineastischer Sicht bislang wohl auch beliebigste Schauburg der Stadt für mehrere Millionen Euro gehörig aufmotzen. Und noch vor Jahresende einen prachtvollen Filmpalast erschaffen, der dem Publikum kein normales, sondern ein erstklassiges – um nicht zu sagen: majestätisches – Kinoerlebnis bietet.

In der Marke steckt ein Versprechen

Hall of Fame, auf Deutsch: Ruhmeshalle, wird das 2001 von der Ufa eröffnete, würfelförmige Haus mit dem nahezu verschwenderischen Raumangebot nach dem Umbau heißen. Ein "extravaganter Name" für ein Kino sei das, räumt Anja Thies ein. "Aber er steht für das, was wir uns dabei gedacht haben: Kino deluxe." Schon die Marke soll den künftigen Gästen das Versprechen geben, für ihr Eintrittsgeld etwas ganz Besonderes und Exklusives zu bekommen.

Aus Prinzip exklusiv

So wie in Kamp-Lintfort, einer 40.000-Einwohner-Stadt in der Nähe von Duisburg. Dort haben Anja und Meinolf Thies bereits am 7. Februar 2019 ein Nobelkino eröffnet, das ebenfalls Hall of Fame heißt und in puncto Ausstattung durchaus als Vorbild für das Osnabrücker Projekt gelten darf. Auch weil es zum Prinzip erhebt, was Kinobesuchern an der Hase bislang nur ansatzweise geboten wird – zum Beispiel in der ansonsten eher als "kultig und crazy" (Zitat Meinolf Thies) geltenden Filmpassage mit ihrem nostalgisch-vornehm eingerichteten "De Luxe"-Saal.

Technisch auf dem neuesten Stand

Mit sieben Sälen und 722 Sitzplätzen gehört die Hall of Fame Kamp-Lintfort zu den größten Kinos am Niederrhein. Technisch befindet sich das Haus nach eigenen Angaben auf dem neuesten Stand: dank Laserprojektion und einem ausgefeilten Raumklang-System, bei dem der Ton von überall her kommt – sogar aus der Decke. Darüber hinaus gibt es computergesteuerte Kinosessel: Die sogenannten D-Box Motion Seats bewegen sich bei speziellen Vorführungen passend zur Handlung des Films.

Zurücklehnen und Füße hochlegen

Auch der Komfort lässt kaum zu wünschen übrig. Die branchenübliche Unterscheidung zwischen Parkett und Loge ist im Hall of Fame abgeschafft. Auf allen Plätzen finden die Gäste gemütliche Ledersessel mit breiten Sitzflächen, gepolsterten Armlehnen und Kopfstützen. Zwischen den Sitzen kleine Holztische. In den vordersten Reihen Chaiselongue-Sessel zum Beinehochlegen. Und wer das Kino für eigene Veranstaltungen buchen will, dem steht im Obergeschoss eine Multifunktionsfläche zur Verfügung – mit Zugang zu drei Sälen.

Kino soll zur Stadt passen

"Es ist unser erstes selbst gebautes Kino", erklärt Anja Thies. Bei der Gestaltung habe das Betreiber-Paar sich an der langen Bergbautradition von Kamp-Lintfort orientiert. Passend zum Standort auf dem ehemaligen Zechengelände "Bergwerk West" wurde deshalb im Eingangsbereich der Hall of Fame eine Kohlemauer errichtet. "Sie soll an den Steinkohleabbau erinnern und an die Kumpel, die hier gearbeitet haben."

"High-End-Variante" als Marktlücke

Nach demselben Muster soll nun auch in Osnabrück – "einer sehr lebendigen Studentenstadt, in der Fußball eine große Rolle spielt" – ein Luxuskino entstehen, mit dem die Menschen sich identifizieren können. "Das wird nicht einfach", glaubt Thies. Doch ihr Mann und sie sind davon überzeugt, dass es gerade eine "High-End-Variante" ist, was der hiesigen Kinolandschaft fehlt. "Und Osnabrück muss sich wirklich nicht verstecken, sondern darf ruhig ein bisschen protzen."

Alle Consulthies-Kinos im Überblick:
Die Firma Consulthies (Essen) berät und betreibt Filmtheater-Unternehmen. Geschäftsführende Gesellschafter sind Anja und Meinolf Thies. Das Ehepaar leitet darüber hinaus diverse Partnerfirmen, unter deren Dach insgesamt acht Kinos in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen existieren.
Cineworld Lünen (5 Säle, 860 Sitzplätze); eröffnet 2001, übernommen 2003, renoviert 2012 und 2014
Das Lumen Solingen (8 Säle, 1250 Sitzplätze); eröffnet 2004 als Cinemaxx, renoviert 2012 und 2014, umbenannt 2016
Das Lumen Düren (7 Säle, 1316 Sitzplätze); eröffnet als Comet Cinemas, übernommen und umbenannt 2013
Filmpassage Osnabrück (9 Säle, 1221 Sitzplätze); eröffnet 1990 als Ufa-Kino, übernommen 2012, seitdem mehrfach renoviert
Filmpassage Salzgitter (7 Säle, 1300 Sitzplätze); übernommen 2017
Filmpassage Mülheim (8 Säle, 1200 Sitzplätze); eröffnet 1993; übernommen 2013,
Hall of Fame Kamp-Lintfort (7 Säle, 750 Sitzplätze); eröffnet 2019
Hall of Fame Osnabrück (7 Säle, 2078 Sitzplätze); eröffnet 2001 als Ufa-Palast, seit 2003 Cinestar, übernommen und umbenannt im Juli 2019, Neueröffnung Ende 2019 geplant
 

Quelle: NOZ, Foto: David Ebener



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