Neues Kino der Filmpassage soll „Wow Effekt“ am Hauptbahnhof Osnabrück bieten


"Hall of Fame" will zum Jahresende komplett renoviert eröffnen

Ein Osnabrück, bei dem womöglich ein leerstehendes Gebäude statt ein Kino am Hauptbahnhof die Besucher begrüßt, kann sich Anja Thies nicht vorstellen – damit in Zukunft dieses Kino so ist, wie es sein soll, übernimmt die Kinounternehmerin das zuletzt in schweres Fahrwasser geratene Lichtspielhaus mit seinen sieben Leinwänden.

„Fast von der Klippe gesprungen“ wäre Anja Thies, als unsere Redaktion und kurz darauf auch andere lokale Medien vor knapp zwei Wochen erste Hinweise auf den damals noch in Verhandlung befindlichen Deal bekamen. Unsere Redaktion erreichte Anja Thies und ihren Mann Meinolf beim Urlaub in Sizilien.

Am Montagnachmittag wurde dann öffentlich, was sich hinter den Kulissen abzeichnete: Unter dem Namen „Hall of Fame“ übernimmt die Betreibergesellschaft der Filmpassage das ehemalige Cinestar Kino am Hauptbahnhof.

Kinounternehmer aus Leidenschaft verdoppelten Besucherzahlen der Filmpassage

Osnabrück ist eine Stadt, in der Kino geliebt wird, begründen Anja und Meinolf Thies ihr Engagement in der Hasestadt. Mit einem kleinen Team und entsprechend überschaubaren Verwaltungskosten führen die beiden Unternehmer von Essen aus ein mittelständisches Kinounternehmen und sind zusätzlich auch als Beratungsunternehmen in der Branche aktiv. Ganz bewusst weil sie Mittelständler sind, sind sich die beiden sicher, dass sie das Kino am Hauptbahnhof endlich zum Erfolg bringen können.

In Osnabrück übernahmen die Kinounternehmer aus Leidenschaft vor knapp sechs Jahren die Filmpassage in der Johannisstraße und haben seither nach eigenen Angaben die Besucherzahlen verdoppelt. Bereits vor ein paar Jahren, als der Eigentümer für das große Kinogebäude am Hauptbahnhof wechselte, zeigten die beiden Interesse an dem Standort und legten dem aus Dänemark stammenden Eigentümer Flemming Pallesen ein Konzept für eine Umgestaltung vor.

Auch größere Ketten waren an Standort interessiert

Da der Mietvertrag mit der international agierenden Cinestar-Kette zu dem Zeitpunkt und der Eigentümergesellschaft Bark Retail weiterlief, kam es zwar nicht zu einem Deal zwischen den beiden, wie der Vermieter selbst den Vorgang beschreibt, aber das Konzept wurde nicht vergessen. In diesem Jahr stand eine Neuverhandlung der Verpachtung an, so Pallesen, und gemeinsam mit der Cinestar-Gruppe habe man sich entschieden am Standort Osnabrück zukünftig getrennte Wege zu gehen – nun kamen die Eheleute Thies wieder ins Spiel, mussten sich allerdings mit ihrem Konzept auch gegen größere Wettbewerber durchsetzen. Am Ende setzten sich die Kinobetreiber durch, die an der Johannisstraße schon nachweisbare Erfolge vorweisen konnten.

Kein Wettbewerb mit eigener Filmpassage

Das, was zukünftig am Hauptbahnhof die Besucher der Stadt mit einem „Wow Effekt“ (Zitat Anja Thies) begrüßen soll, wird von den Kinounternehmern als „Kino der Extraklasse“ bezeichnet, in dem aber keine Mondpreise als Eintritt verlangt werden sollen. Die Filmpassage soll dabei keinesfalls kanibalisiert werden, sie soll vielmehr gestärkt werden als „kultiges, etwas verrücktes Liebhaberkino“ für jüngere Gäste und Studenten.

„Wir werden nach einer fünf- bis sechsmonatigen Schließungszeit und umfangreichen Modernisierungen den Osnabrücker Bürgern ein völlig neues Kino präsentieren“, verkünden die beiden Unternehmer verheißungsvoll und avisieren damit eine Eröffnung zum Jahresende.

Damit das gelingt, wurden bereits am Montag zahlreiche Handwerker und Zulieferer in die Filmpassage eingeladen, denen man dann kurzfristig mitteilte zum Hauptbahnhof zu kommen, denn bis zuletzt sollte der Deal in der Branche geheim bleiben. Auch ein für Dienstag geplanter Termin mit dem Stadtbaurat wurde noch für die Johannisstraße vereinbart, weil zum Zeitpunkt der Terminvereinbarung mit der Verwaltung die Verträge noch nicht unterzeichnet waren.

„Die Osnabrücker können sich auf eine komplette Komfortbestuhlung freuen, bei der auch die ersten Reihen durch Chaise Lounge Sessel extrem exklusiv ausgestattet sein werden – sind doch die ersten Reihen im Kino nie so wirklich beliebt“, ergänzt Anja Thies mit einem Schmunzeln. „Wir wollen hier etwas Besonderes entstehen lassen und freuen uns auf eine Zeit nach dem Umbau“.

Beide sind sich sicher, dass die Gäste nach dem Umbau viele Überraschungen entdecken, deshalb wollen sie auch noch nicht zu viel verraten. „Wir werden ein Bautagebuch einführen und ab einem gewissen Zeitpunkt –wenn es beginnt, spannend zu werden – regelmäßig via Homepage berichten. Auch ist es geplant, dass wir häppchenweise Informationen zur Ausstattung preisgeben“, so Meinolf Thies, „dies jedoch erst, wenn es in den Endspurt geht.“ „Bei der Programmgestaltung ist es uns nach dem Umbau, auf Grund der Anzahl an Leinwänden die wir bedienen, möglich, auf Vielfalt von Arthouse über Mainstream bis zu filmischen Exoten und Sonderreihen zu setzen“, so Anja Thies. „Wir freuen uns auf eine spannende Zeit und wollen auf jeden Fall das Weihnachtsgeschäft mitnehmen, können aber auch sehr gut mit einem früheren Termin leben – je früher desto besser“, so Meinolf Thies, der auch verrät, dass der schon mit viel Häme bedachte klebrige Teppichboden seiner Vorgänger gegen einen Hartboden ausgetauscht werden wird. Warum man in der heutigen Zeit noch ein Kino mit Teppich ausstattet ist dem Kinobetreiber nach eigenen Angaben ein Rätsel.

Die Kinoprojektoren hat sich Meinolf Thies schon vor ein paar Wochen im französischen Cannes gesichert. Dort wurde auf den digitalen Hightech-Geräten das Festivalprogramm abgespielt. „Die Projektoren haben alle so etwa 100 bis 120 Stunden Festivalerfahrung“, freut sich Thies über die neue Technik.

Abiball oder Hochzeit im Kino? Warum eigentlich nicht!

Und noch etwas: Ein Kino darf nach Ansicht von Anja Thies keine reine Abspielstation für Filme sein. In einem Kino kann man auch heiraten (hat sie selbst gemacht), feiern oder Firmen, Schulen und Universitäten können einen Kinosaal für Vorlesungen und Präsentationen nutzen. „Warum nicht einmal ein Abiball, bei dem in einem Kinosaal die schönsten Momentaufnahmen der Schulzeit gezeigt werden“, zeigt sich Thies offen für neue Ideen, die sie gerne in der Filmpassage in der Johannisstraße und der neuen Hall of Fame am Hauptbahnhof realisieren helfen will.
 

Quelle: Hasepost / Foto: Heiko Pohlmann



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