„Vorstadtkrokodile“-Star trifft Mülheimer Gesamtschüler


David Hürten, einst Star der „Vorstadtkrokodile“, trifft bei den Schulkinowochen auf wissbegierige Jungs und Mädchen, auf „echte Super-Kiddys“.

Am Montag hat er noch gedreht. Am Dienstag ließ es der Terminkalender zu, dass David Hürten bei den Schulkinowochen in Mülheim vorbeischaute. Nach der Vorführung des ersten Teils der „Vorstadtkrokodile“ stellte sich der Kölner Schauspieler den Fragen von Saarner Gesamtschülern. Sein Fazit nach einer Stunde? „Das sind Super-Kiddys.“ Längst nicht immer entwickele sich ein derart lebendiges Gespräch: „Oft rede nur ich.“

In der Filmpassage war das anders: Ob es 2008, als 13-Jähriger, schwierig gewesen sei, die Hauptrolle des Frank zu spielen, wollte ein Schüler ähnlichen Alters wissen. „Das war mein erstes großes Ding“, so Hürten, „und da waren viele Erwachsene dabei. Da war der Druck schon groß.“ Der Spaß aber habe überwogen. „Das war wie eine große Klassen- oder Ferienfahrt; so viel Zeit miteinander zu verbringen, zu drehen, abends essen oder ins Kino zu gehen, das schweißt zusammen.“ Zumal echt nette Kollegen – Martin Semmelrogge und Nora Tschirner zum Beispiel – am Set dabei gewesen seien.

Produktionsfirma musste Nachhilfeunterricht zahlen


So war es auch völlig okay, dass die kompletten Sommerferien für die Dreharbeiten draufgingen, genauso wie übrigens in den Jahren 2009 und 2010, als die Teile 2 und 3 der Vorstadtkrokodile entstanden. „Manchmal ging es sogar zwei Wochen in die Schulzeit hinein. Das hieß, dass die Produktionsfirma anschließend Nachhilfeunterricht zahlen musste“, so der 22-Jährige.

Apropos Geld: Was er denn so verdient habe, auch das interessierte die Klassenkameraden der 7a und 7e: „War es dreistellig?“ – „Ja, das kommt hin. Pro Drehtag“, so Hürten. Anders als heute, habe er als Jugendlicher von der Gage noch nicht leben müssen. „Das war eher eine Aufwandsentschädigung.“ Er habe um jeden Preis schauspielen wollen, Geld war nicht wichtig. „Ich wollte bei diesem geilen Film mitmachen, das hätte ich auch umsonst gemacht.“

Film und Buch stimmen in Teilen nicht überein

Der Dreh führte David Hürten nach Viersen, Hückelhoven, Mönchengladbach. Dort fand die Crew Orte, die zum Drehbuch passten. Dass dieses Drehbuch – und damit der Film – in Teilen nicht mit dem zugrundeliegenden Buch von Max von der Grün übereinstimmt, erstaunte die Schüler, die sich seit Wochen damit im Deutschunterricht beschäftigen. Der Darsteller erklärte es: „Der Film musste moderner gemacht werden, jünger, da musste ein bisschen draufgehauen werden – sonst hätte er die Leute nicht angesprochen.“ Die Produktionsfirma habe die Rechte an dem Buch von der Familie des verstorbenen Schriftstellers 2007 erworben. „Dann haben es externe Autoren überarbeitet.“

Wie Hürten zum Schauspiel fand, wie Stunts funktionieren, dass es Stotter-Unterricht und Rollstuhl-Training geben kann, wie ein Casting abläuft und dass „ganz zufällig“ auch sein Klassenkamerad Javidan Imani für den Film ausgesucht worden war, all das erfuhren die Schüler. Und dass Götz George Hürtens „Idol“ war. Genug Stoff für die Teenager, so befand Lehrerin Ulrike Gründer, um etwas darüber zu schreiben. „Ich möchte morgen was in euren Heften sehen.“

Die Begegnung mit Hürten sei etwas Besonderes, so Gründer, „wir haben uns super gefreut, dass das mit den Schulkinowochen so gut zu unserem Thema passte“. Eine Meinung, die die Jugendlichen ganz offenkundig teilten: Der ungewöhnliche Unterricht jedenfalls endete so, wie Schauspieler es mögen: mit kräftigem Applaus.

Hintergrund: Schon öfter beim Tatort dabei

In „Die schwarzen Brüder“, „Die Kleinen und die Bösen“, einigen „Tatort“-Folgen und anderen Filmen hat Hürten mitgewirkt. Leider werde deutscher Film nicht optimal vermarktet, sagt er, so ginge Gutes unter. Sein Ziel: ein Studium an der Folkwang Uni der Künste. Aktuell steht er für „Rubberboy“ von Nico Berger vor der Kamera.


Quelle: WAZ / Foto: Michael Dahlke



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